Konzert von Udo Lindenberg in Düsseldorf – Kleiner Fehler, große Wirkung

Beim Konzert von Udo Lindenberg am 07. Juni 2014 kam es zu einem Social Media Erdbeben. Was war passiert? Folgender Blog-Artikel faßt das Geschehene (zum Teil etwas unreflektiert) zusammen:

http://www.indiskretionehrensache.de/2014/06/lindenbergs-panikparty-shitstorm/

Ganz pragmatisch, läßt sich der Fehler relativ leicht erkennen: Die Einlasszeit und der kommunizierte Beginn laut Ticket paßten schlicht nicht zum gebotenen Programm. Hierzu muß gesagt werden, daß die Infos auf den Tickets meist schon zum Vorverkaufsstart im System hinterlegt werden. Das Konzert ging seinerzeit am 15.10.2013 in den Vorverkauf, also ca. 9 Monate vor dem Konzert. Zu diesem Zeitpunkt stand also sicher noch nichts Konkretes zum Vorprogramm fest, eventuell war sogar ein ausgedehntes Vorprogramm mit 4-5 Supportacts angedacht, so wie es Mario Barth bei seinem Weltrekord im Olympiastadion vormachte. Das dies nun nicht der Fall war ist nicht der berühmte Stein, der das Faß zum überlaufen brachte. Vielmehr ist es die mangelnde Kommunikation über den tatsächlichen Ablauf des Konzertes. Wenn schon eine großspurige Social Media Kampagne angestoßen wird, hätte man hier in den Tagen vor dem Konzert auf den Ablauf genauer eingehen können, eventuell auch den Einlass nach hinten verlegen müssen.

Der Arena ist hierbei relative wenig vorzuwerfen, da sie lediglich die Infos des Veranstalters veröffentlichte und sich vermutlich auf die Zeitangaben verlassen hatte/mußte. Auch im Social Web ging die Arena auf alle Fragen und Kritikpunkte ein und antwortete stehts zeitnah und sachlich.

Wie Herr Knüwer in seinem Bericht richtig schreibt, muß man -wen man Social Media proaktiv nutzen will- auch die Kehrseiten akzeptieren bzw. darauf eingestellt sein. Und das ist die beschriebene Echtzeit in den die sozialen Medien funktionieren. Der Vorfall war mit Stadionöffnung nicht mehr zu verhindern und das Löschen von Beiträgen bzw. das Abschalten der Twitter-Wall wirkt eher als Verstärker des ohnehin schon aufgestauten Frustes. Vielmehr wäre ein frühzeitige Stellungnahme wünschenswert gewesen um etwas den Schwung aus der Lawine zu nehmen.

Das Fallbeispiel zeigt in jedem Fall, daß Social Media eine Kommunikation in zwei Richtungen ist und der Rückfluß auch eingeplant und entsprechende Szenarien für Krisenkommunikation vorher geplant werden sollten um auch in solchen Situationen vorbereitet zu sein. In diesen ganz konkreten Fall hätte jedoch eine Pressemitteilung zum zeitlichen Ablauf, gespiegelt mit Posts in den sozialen Medien in den Tagen vor dem Konzert kombiniert mit einer eventuellen Verlegung des Einlasses das Ganze verhindern können

 

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