Kommentar zur Ankündigung und Absage des Prince Konzertes in Berlin

Das am 27. Mai angekündigte Prince Konzert im Tempodrom Berlin hatte in vielerlei Hinsicht bemerkenswerte Folgen. Zunächst habe auch ich mich als Musikfan gefreut, daß der Vollblutmusiker und Multiinstrumentalist Prince in Deutschland Station macht. Waren doch in den letzten 10 Jahren seine Auftritte in Deutschland faktisch an einer Hand abzuzählen.

Das erste Besondere an der Ankündigung war, daß das Konzert bereits am 03. Juni stattfinden sollte, sprich also genau einer Woche nach der Ankündigung. Also eine sehr kurze Zeit für den Ticketabverkauf. Dafür wurde aber auch ein relativ kleines Venue mit einer Maximalkapazität von 4.000 Besuchern gewählt. Was dann passierte faßte der folgende Artikel  zusammen:

http://www.ticcats.de/blog/entry/ticcats-blog-prince-in-berlin-chronologie-eines-ticketvorverkaufs

Wer im Veranstaltungswesen tätig ist, weiß was sich unter der Floskel „aus produktionsbedingten Gründen“ verbirgt. Nämlich schlicht, daß zu wenige Tickets verkauft wurden. Dies ist auch aus meiner Sicht an den Ticketpreisen festzumachen, die eine ganz neue Dimension darstellen sollten. Konzertbesucher in Deutschland sind durchaus bereit, für ihre Idole auch einen hohen Preis zu bezahlen. Sie kauften im vergangenen Jahr 120,6 Millionen Tickets und bescherten der Branche ein Umsatzplus von 15 Prozent auf 3,82 Milliarden Euro. Der durchschnittliche Preis für ein Ticket erhöhte sich um fünf Prozent auf 31,70 Euro. Das ergab eine kürzlich veröffentlichte Studie der GfK. Die Tickets, immerhin nochmals deutliche teurerer als die Rolling Stones – welche bis dato das Maß der Ticketshöchstpreise darstellten- konnten nicht an den Fan gebracht werden.

Ein Grund der auch im Artikel angesprochen wird, ist die Tatsache, daß Tickets in Deutschland besonders teuer im Vergleich mit internationalen Märkten sind. So waren die Tickets für das Prince Konzert in London am 04.Juni so gut wir ein Drittel günstiger zu haben. Warum dies unter anderem so ist wird in einem Artikel des Kollegen Berthold Seeliger in der Frankfurter Rundschau recht anschaulich erläutert:

http://www.fr-online.de/kultur/konzerttickets-40-euro-fuers-ticket–vier-fuer-die-kuenstler,1472786,21027816.html

Neben den hohen Ticketpreisen (die man auch als Fehlkalkulation abtuen könnte) ist des weiteren die Kommunikation und das Krisenmanagement des Veranstalters kritisch zu hinterfragen. Gerade im Bereich Social Media haben die handelnden Personen einiges an Nachholbedarf. Social Media ist eben keine Kommunikation in eine Richtung wie bspw. ein Newsletter, sondern hat einen Rückkanal über den der Fan Fragen stellen oder sich eben auch beschweren kann. Das plumpe Löschen von Kommentaren und im Folgenden das komplette Ausschalten der Kommentarfunktion zeugt ohne Frage von Defiziten der Medienkompetenz des Veranstalters. Hier wäre eine prokative Kommunikation deutlich empfehlenswerter gewesen.

 

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